Mittwoch, 12. Dezember 2012
# 18
ich glaube, jeder kennt das gefühl, wenn man denkt, dass man nicht glücklicher werden kann. zum beispiel, wenn man lange draußen in der kälte war und sich abends dann aufs sofa setzen und einen film gucken kann. oder wenn man so richtig hunger hat und dann endlich was leckeres essen kann. oder wenn es im sommer erstmals so warm wird, dass man ganz lange draußen am see bleiben kann. zumindest ich denke dann jedes mal ''so soll es bitte für immer bleiben." aber das alles ist nichts im vergleich dazu, ein baby auf dem arm zu halten, viel mehr noch sein eigenes baby. ich entschuldige mich, falls ich jetzt etwas verklärt klingen sollte, aber das ist das beste, was mir je im leben passiert ist. dana - so heißt sie - wurde zwar 4 monate zu früh und per kaiserschnitt geboren, aber ich wäre trotzdem mehrmals fast gestorben, zumindest dachte ich, ich würde umfallen, weil ich solche angst hatte, dass irgendwas schief läuft. und als ich sie dann das erste mal auf dem arm hatte, haben meine hände so gezittert, dass ich angst hatte, ich würde sie fallen lassen. und es ist wahnsinn, wie egal dir alles wird. draußen regnete es und ich wusste, ich hätte eigentlich mama bescheid sagen müssen und melis hat zu hause gewartet und ich wollte früh ins bett gehen, um morgen fit für die arbeit zu sein, aber es war egal. alles ist seltsam undwichtig geworden und alles, was ich mein ganzes leben lang tun wollte, war dieses kind anzustarren, wie es neben lisa lag und schlief; und als heute der besuch kam, lisas eltern, mama und melis, da wäre ich am liebsten mit ihr weggerannt, um sie ganz für mich zu haben, weil ich angst hatte, dass ihr zauber verloren geht, wenn zu viele menschen sie zu sehen bekommen. tut mir leid, wenn ich euch mit sowas vollmülle, aber ich fand irgendwie, ihr solltet das wissen, weil jeder wissen soll, dass es dana jetzt gibt und dass sie lachen wird und weinen und groß werden und ich bin so furchtbar froh, dass ich die jahre an ihrer seite verbringen werde. sie ist perfekt.