Sonntag, 2. Dezember 2012

# 15

seit dem tod meines vaters hab ich das gefühl, alles verändert sich und nicht unbedingt immer nur zum positiven. ich bin irgendwie ruhiger geworden, ich gehe nicht mehr viel weg, mache nicht mehr viel mit freunden. nicht, weil ich nicht könnte, sondern einfach, weil ich lieber alleine sein will. ich stoße menschen weg, die ich eigentlich liebe und mit denen ich so gerne mehr zu tun haben möchte, weil mich alles nervt. ich mache nichts mehr mit den leuten, mit denen ich vorher jedes wochenende feiern war, weil ich mich nicht mehr aufraffen kann mich fertig zu machen und feiern zu gehen. ich habe das gefühl, dass davor einiges so viel leichter war. ich bin aufgestanden und rausgegagen, habe ein typisches teenager-leben geführt und das hat mir um einiges besser gefallen, als wie eine schlaftablette rum zu laufen. ich streite mich im moment mit so vielen leuten, enttäusche so viele, verliere so viele. nur weil ich nicht aufstehen und sie festhalten kann. ich steigere mich zu sehr in die schule rein, nehme jede note zu ernst. klar, ich habe nicht mal mehr ein halbes jahr bis zu den prüfungen, aber es ist nicht alles und eine 5 entscheidet nicht über mein leben, das weiß ich auch. ich schaue in den spiegel und erkenne mich einfach nicht wieder. ich finde mich auch nicht schön, ich kann mich nicht leiden. nein, ich hasse mich, alles an mir. manchmal wünschte ich, ich könnte 'schnipps' machen und wäre wieder so, wie vor ein paar monaten. mein leben war nicht perfekt, ich habe viel gestritten, viel geweint und viel mist gemacht. aber es wär schön, es war spannend, es war mein leben. und das hat mir ziemlich gut gefallen.