Samstag, 1. Dezember 2012

# 13

ich hasse solche samstage. der himmel ist grau, ich bin müde und übermorge. ist wieder schule. tolle aussichten. ich lauf den ganzen tag schon wie ein asozialer rum und werde meine hausaufgaben wohl morgen abend im bett erledigen. ich kann eh nicht schlafen. was soll's also? vorhin hat sich lisa noch gemeldet. unglaublich, dass sie mir fast egal geworden ist. ich hab sie lange nicht mehr gesehen und ich vermisse sie kein bisschen. sie hält mich auf dem laufenden, was das baby betrifft und ich sage ja und amen. mamaweiß es immer noch nicht. die kraft, mich umzubringen, hat sie wohl nicht mehr. ich hätte nie gedacht, dass ich meinen freunden mal mehr anvertrauen würde als meiner mutter. papa hat es nie erfahren. er hat nie gewusst, dass er opa wird. er hat so viele dinge nie erfahren. mittlerweile rauche ich auch wieder wie ein schlot. ich komm nicht dagegen an. morgens wach ich schon zitternd auf und muss mir erstmal eine anstecken, damit ich ruhig werde. in der schule ist es kaum auszuhalten. jede pause geh ich raus und rauch. und hier zu hause renn ich jede viertelstunde zur terasse. es ist ätzend, aber notwendig. wie eine droge. okay, es ist eine droge. im moment läuft nichts nach plan. nicht mal die schule. ich hab alles nachgerabeitet, brav meine hausaufgaben gemacht und gemerkt, dass ich mich selber anwidere. vielleicht sollte ich anders werden.papa ist tot und kann nie wieder stolz auf mich sein. ich hab sowieso überlegt, ob ich die schule hinschmeiße und mir einen job suche. wär' besser für das baby. was brauch ich irgendein abi und irgendeinen studiumabschluss, wenn das alles kein geld einbringt? ich weiß nicht. ich weiß im moment nichts.