Mittwoch, 12. September 2012

# 2

es ist verdammt kalt hier draußen, ist aber alles egal, deine hand ist aus irgendeinem grund total warm. gut so. deine hand in meiner, es ist dunkel draußen und berlin ist in der nacht eh viel schöner. ich lächel, gute laune hab ich auch noch. perfekt, denke ich. du drückst meine hand fester und läufst ein bisschen langsamer, ist mir nur recht. mehr zeit alleine. still ist es, viele lichter von den ganzen läden die um die zeit schon geschlossen haben leuchten, ich sehe zu dir, kriege sogar noch eine umarmung dafür. mh, besser kanns kaum werden, lächel ich. ''kennst du die alle?'', frage ich irgendwann als ich feststellen muss, dass wir bald da sind. ''ich kenne.. ja, alle bis auf 5 und du kennst fast alle, zumindest vom sehen.'' okay, immerhin. das wird cool, sage ich mir, das wird cool, ganz ruhig. du lächelst mich ruhig und irgendwie aufgeregt an, als wir vor der tür von dem mädchen, das für die party verantwortlich ist. noch eine umarmung gebe ich dir, drücke dich näher an mich und im nächsten moment geht auch schon die tür auf. ich drücke deine hand fester, ich kenn dich zu gut, gleich läufst du los .. natürlich tust du das, ich begrüße das mädchen vor mir, ich kenne sie wirklich. langsam folge ich dir nach oben, bringe deine tasche in denen auch mein zeug ist nach oben und laufe mit dir wieder runter. eine freundliche begrüßung in die runde und schon bin ich raus. alle stehen um einen tisch mit zu viel alkohol für so wenig leute, meiner meinung nach. naja, kinderparty, die haben keine ahnung. 5.0, orginal, welde grape, 5 liter bierfass, 2 flaschen wein, eine flasche vodka (ah, auch was für mich dabei) stehen auf dem tisch. eindeutig kinderparty. wer hat den schrott denn gekauft? naja. dich habe ich aus den augen verloren und ich setze mich mit einem seufzen synchron mit den anderen an den großen tisch. es wird geredet, gelacht, erzählt. ich sitze stumm da, höre zu, schmunzel hier und da und nicht allzu einsam auszusehen. peinlich. ''willst du trinken?'' fragt der junge neben mir. der süße sieht aus wie 12 und zieht sich auch so an, ich muss grinsen und schüttel dankend den kopf. alle anderen nehmen sich bier, trinken schonmal. was das ziel ist, wissen sie selbst nicht so genau, nehme ich an. meine beste freundin hat natürlich etwas ganz anderes zu tun, die kann ich erstmal vergessen. super. zeit vergeht, ich sitze einfach nur rum und höre nur zu, brauch ja keinen zum reden, hey alleine rumsitzen ist doch cool. ich überlege was ich machen soll und wie ich das noch den ganzen abend und wohlmöglich noch die ganze nacht aushalten soll. oh fuck. zeit vergeht nicht, sie vergeht einfacht nicht. gefühlte zwei stunden später, setze ich mich nach zwei stücken pizza zwischen paar andere auf die couch. ich stehe noch mal auf, sehe meine schöne lisa vor mir her laufen und wie sie mit allen redet, lacht, grinst. schön, wenn sie spaß hat. super. ganz toll. riesig. du kennst sie offensichtlich wirklich alle. ich auch, aber nicht richtig. aber hey, tut mir nicht weh, kein ding. ich lächel dich an, aber du siehst mir nicht mal ins gesicht. danke. macht mir nichts. ich trinke einen schluck von dem bier in meiner hand, hab auch schon besseres getrunken. alles ist scheiße, echt mal. ''kümmer dich mal um leon'', ruft das wirklich nette mädchen neben mir dir zu. du grinst und streckst deine hand in meine richtung. ''nö, nö, ist ok'' sage ich, weiß gar nicht wieso ich das gesagt habe und laufe grinsend weg von dem sofa, gehe zum tisch und stelle das bier ab. als jeder schon vergessen hat, was gesagt wurde, setze ich mich weder hin, sehe den mädchen beim schreien und lachen zu. ''let's go geronimo'' singen sie alle unglaublich laut und ich grinse, würde komisch aussehen, wenn ich wieder vor mich hinstarre. ein paar gehen weg, ich sitze bis auf drei, zwei anderen da. der komische junge von vorhin labert mich von der seite an und ich lächel nur freundlich, ich habe keine lust unfreundlich zu sein, meine laune ist so schlecht, mir ist eher zum heulen zumute, als zu irgendwas anderes. nein, nein, ich beherrsche mich. scheiß tag, scheiß party, scheiß leben aber immer schön nett bleiben. leon, alles wird gut. .. ok, nein. doch nicht. ich gehe aufs klo, niemand der mir dabei zusieht, ich muss nicht lächeln, da muss ich nichts sagen, da muss ich gar nichts. ich sehe in den spiegel, sehe schnell wieder weg und setze mich aufs klo. fuck, alter. ich schreibe meiner mutter, die eh irgendwo hier in der nähe ist, mich abholen soll. ich bin einer von den uncoolen die gehen, wenn nicht mal jemand voll ist. absolut uncool. vor zwölf. oberuncool. ich sehe auf die uhr, alles klar, hab noch ein bisschen, mach ich wohl das beste draus? ich setze mich zu einer guten freundin. eine stumpfhose hat sie an, sie hat paar narben auf ihren beinen, ein paar auf ihren armen, sie schiebt gerade ihre ärmel hoch. ich rede mit ihr, was sie schon alles getrunken hat, will ich gar nicht wissen. wir reden über alles mägliche, sie lacht eh alle fünf sekunden und ich genieße es, einfach nicht alleine zu sein. wir reden wiklich unnötiges zeug, verarschen die band der musik die gerade läuft und lachen einfach die ganze zeit. natürlich will ich niemanden eifersüchtig machen, natürlich nichz, nein, nein, nein, ich doch nicht. wir lachen ziemlich laut, sie schreit rum, passend zu unserem witz. ich lache laut und sehe sie an, sie kann schon fast gar nicht mehr aufhören. hätt ich doch nur mehr getrunken, denke ich mir. hört uns jemand? sieht uns jemand? denkt jemand dran, dass ich loser hier die ganze zeit allein rumsaß? ich vermute nicht, aber man kanns ja wohl mal versuchen. wir reden lange, lange, lange, eigentlich lachen wir mehr und singen paat lieder mit. ich denke immer, ich würde sie genau kennen. schönes gefühl, irgendwie. ich schaue auf mein handy, stelle fest dass ich gehen muss, sage ihr das auch. ''leon, nein, du darfst nicht gehen'' sagt sie und guckt mich süß an. ich muss grinsen und sehe sie an. ''doch, ich gehe, meine mama kommt auch'' ich bin wirklich hin und her gerissen, will ich hier wirklich schlafen? will ich? will ich? nein. das gebe ich mir nicht, danke ich. ''tut mir leid'' - ''bitte leon, du musst bleiben!'' sie sieht mich total lieb an. ich verdrehe die augen und wähle die nummer meiner mutter. ''wo bist du?'' frage ich als sie abnimmz. ''im auto?'' sie wartet worauf ich hinaus will. ''ok gut, bis gleich'', ich lege auf, sehe das mädchen vor mir an. sie guckt mich traurig an. ''und?'' sie greift nach meinem arm, weil ich mich aufrechter hinsetze. ''ich muss gehen..'' sie sieht mich an, sie will es nicht wirklich einsehen, diskutiert wieder mit mir rum. ich stehe auf, gehe hoch und hole mein zeug. als ich wieder runter komme, sehe ich dich, meine ach so bezaubernde lisa, schon fast vor nur stehen. ''ich geh mal'' sag ich knapp und sehe dich an. ''soll ich dich rausbringen?'' fragt eine alte freundin von mir und das mädchen, mit dem ich die ganze zeit geredet habe, nickt. ''ich komme auch mit.'' ich grinse glücklich, schön dass sich wenigstens jemand für mich intressiert. komisch irgendwie. ''ja, komm mit'' sage ich lächelnd. ich ziehe meine schuhe an, du kommst zur tür gelaufen. ''leeeeeeeeeeeeon, tschüss'' sagst du zu mir, und küsst mich auf die wange. ''wir telefonieren oder so, ja?'' ich umarme dich, du riechst so gut und irgendwie nach alkohol, du fällst mir in die arme. betrunken. gut. ''tschüss'' sage ich leise und gehe aus der tür, die zwei mädchen folgen mir, laufen mit mir vor bis zur straße wo das auto meiner mutter steht. ''ja also..'' murmel ich und sehe noch zur tür, würde zu gerne wieder zu dir zurück, was das für eine scheiße? ich umarme die beiden, sehe sie an, schmeiße meine scheiß sachen in den kofferraum und steige in das scheiß auto. scheiß tag, scheiß tag, scheiß tag. guten abend, liebe nacht, mal sehn was wir noch so verletzendes vor uns haben.