Montag, 3. September 2012
# 1
ungeduldig stehe ich vor deiner tür, tippe nervös mit den fingern auf der klingel herum. ich sehe die kleinen blumen an, die aussehen als würden sie nicht genug wasser bekommen. ich zucke zusammen als du die tür aufmachst und sehe in dein überraschtes gesicht. ich weiß, dass du mich nicht sehen willst, denke ich mir. 'was willst du?' sagst du und runzelst die stirn. 'nur reden?' sage ich leise und sehe dich an. du gehst einen schritt zur seite und lässt mich vorbei, rein. ich mache mich auf den weg in die küche und drehe mich zu dir um. du siehst mich nur skeptisch an und musterst mich. 'sauer?' frage ich kleinlaut und sehe dir in die augen, gehe einen schritt auf dich zu. ganz die alte verschränkst du die arme vor der brust, lässt sie auch so als ich nach deiner hand greife. 'ich wäre gern gekommen, das weißt du doch. nur ich konnte nicht.' ich sehe dich an. 'du warst nicht da, ganz einfach.' gibst du bissig zurück. ich muss schlucken und weiß wieder nicht was ich darauf sagen kann. 'ich wäre ..' sage ich so leise, dass du es gerade noch verstehen kannst. ich sehe wie du auf mich zugehst, die augen verdrehst und mich auf die wange küsst, deine warmen lippen endlich wieder auf meiner haut. danke, denke ich mir und merke wie mein gesicht heiß wird. ich dachte es wäre damit getan, aber das wäre offensichtlich zu einfach gewesen. 'was willst du also hier?' fragst du und verschränkst die wieder vor der brust. 'ich hab kein bock wieder zu streiten, man.' gebe ich in dem selben tonanfall zurück und lehne mich an die wand. du machst nur eine missbilligende kopfbewegung auf meine reaktion. ich nehme einen schluck von meinem glas, schiele zu dir und sehe wie du aufstehst. ich lege die stirn in falten, sehe dir nach wie du den flur entlang läufst. 'was machst du?' rufe ich dir nach, bekomme aber keine antwort. war ja klar. schnell stehe ich auf und suche dich, sehe dich an der tür stehen. 'was .. was machst du da?' frage ich und hoffe dass es nicht das ist was ich denke. dein ironisches lächeln kannst du dir eigentlich sparen. ich zucke innerlich zusammen und sehe dir in die augen, will dich eigentlich in den arm nehmen und nicht mehr los lassen. 'da ist die tür.' sagst du und greifst nach ihr um sie zu öffnen. 'nein, nein, nein, bitte nicht.' höre ich die stimme in meinem kopf schreien. 'bitte' flüstere ich und sehe dich flehend an. 'lass und aufhören ..' ich verstehe dich nämlich nicht. du nickst und stehst wieder aufrecht bei der tür. ich spüre dieses seltsame gefühl in meinem bauch, gehe auf dich zu und greife nach deiner hand. 'bitte' sage ich wieder und will dich in den arm nehmen, doch du drehst dich weg. ich sehe dich enttäuscht an, würde am liebsten anfangen zu heulen. leise schlucke ich runter was du hier machst, gehe langsam an dir vorbei, raus vor die tür. ich drehe mich um, will wissen ob du das jetzt ernst meinst. du schüttelst den kopf und ich höre wie die tür ins schloß fällt.