Sonntag, 15. Juli 2012
ich wache durch das geschrei meiner mutter auf. mein blick fällt auf den wecker. es ist noch nicht einmal 9 und meine mutter kann so schreien. ich rolle mich aus dem bett und da erst merke ich, wie verkatert ich eigentlich bin. ich schleiche rüber ins bad und schaue in den spiegel. man, siehst du wieder scheiße aus, leon, dneke ich. so als ob ich die ganze nacht nicht gepennt hätte. ein paar stunden ist auch nicht viel mehr als nichts, denke ich und mache mich zurück auf den weg in mein zimmer. das geschrei meiner mutter ist unerträglich. sie und joschka müssen sich so früh morgens doch nicht anschreien. ich lege mich in mein bett und schließe meine augen. als ich sie wieder öffne, ist alles still in unserem haus und es ist bereit 11. ich starre vor mich hin. bin wohl immer noch müde. denke an lena und dass ich ihr versprochen hab, was zu essen. ich sollte mal was essen, schießt es mir durch den kopf. vergesse es dann aber auch wieder sofort, denn aufeinmal höre ich musik. sie kommt näher und lauter. meine zimmertür geht auf. verschlafen drehe ich mich um und gucke in das gesicht von stella. sie steht mit einem handy in der hand in meiner zimmertür und grinst mich an. ich starre wieder auf das handy. der sieht aus wie meins. mein blick bleibt daran haften. als ich dann das lied erkenne, merke ich, dass ich das gleiche lied auch auf dem handy hab. sie dreht sich um und verschwindet im flur. ''ey, stella du penner, warte! ist das da mein handy?'', frage ich und habe mühe aufzustehen, weil mein kopf zu zerplatzen droht. ich folge ihr ins wohnzimmer. mit vom schlaf zerzausten haaren und in boxershorts stehe ich aufeinmal vor lisa, einem jungen und mit seiner freundin. komme ich mir blöd vor? etwas vielleicht. ''doppeldate, oder was?'', platzt es ungewollt aus mir heraus. ''nein, gar nicht.'' ich grinse ihn an. stella schiebt mich aus der tür. ''du störst, leon!'', sagt sie. ich lasse es mir gefallen, aber da fällt mir das handy wieder ein. ''handy her!'', befehle ich. sie gibt ihn mir etwas irritiert. ich mache die musik etwas leise, weil es meiner meinung etwas zu laut ist, um diese zeit. stella macht mir die tür vor der nase zu und ich stehe dämlich vor der tür. ich gehe zurück in mein bett und ziehe mir die decke über den kopf. ich suche unter kontakten auf meinem handy nach 'schatz', und rufe sie an.