Sonntag, 22. Juli 2012

for ever and ever. amen.

ich kam vom skaten wieder. es war wie immer richtig gut. ich schloß die wohnungstür auf, war noch kaputt vom treppensteigen und ließ mich mit einem seufzer auf eins unserer küchtenstühle fallen. joschka war noch weg. bestimmt in der kneipe nebenan. er arbeitet auch seid kurzem als kellner in einem restaurant in der nähe, weil mama jetzt weg ist. er arbeitet bis auf paar ausnahmen den ganzen tag. sonntags natürlich nicht. ich  dachte, dass meine schwester auch weg sei, sie wollte sich noch mit ihrem freund in der stadt treffen. ich streifte meine schuhe ab und schleuderte sie, quer durch die küche. war mir egal. ließ sie liegen. hatte keine lust sie wegzuräumen. unsere küche war sowieso unaufgeräumt. der abwasch von gestern abend und heute morgen stand noch da. kein wunder. es war ja auch keiner da, um aufzuräumen. außerdem war ich an der reihe. ich hatte durst. meine füße taten mir vom vielen laufen weh. ich stand wieder auf, machte den kühlschrank auf. sah als erstes eine flasche bier. das wär jetzt geil, dachte ich, doch ich entschied mich für ein glas wasser. machte mich an den abwasch. meine schwester kam in die küche. ''du bist hier?'', fragte ich sie. sie zuckte mit den schultern und sagte ''was hast du denn gedacht? die queen oder was?'' sie drückte ihre kippe an der arbeitsfläche aus und ließ sie liegen. wollte wieder verschwinden. ''bist du doof? den dreck machst du wieder weg'', sagte ich und zog sie zurück. melissa zeigte mir den vogel. ''dann petz ich das'', sagte ich. ha, jetzt muss sie das wegmachen, sonst rastet joschka aus, wenn er das hört. ''denkst du das juckt mich?'' sagte sie und ging. ich war sauer. ich mag es nicht, wenn sie so tut, als ob sie der king im haus wäre. ich rannte mit meinem nassen lappen, den ich für den abwasch benutzt hab hinterher. ''melissa? was soll das?'', fragte ich sie so normal, wie es ging. ''boa, frag das nicht mich'', sagte sie. die antwort war jetzt zu schlau für mich. irgendwas muss bei ihr verdammt schief gelaufen sein, dass sie so drauf ist. ''ich mach deinen dreck jetzt nicht weg, nur weil du wieder meinst, den boss spielen zu müssen. und mich dann vorher dumm anzumachen, ey'' ''das letzte'', murmelte ich, bevor ich in die küche ging. ''ja, bedank dich bei mama'' schrie sie mir hinterher. ''immer die schuld auf andere schieben'', rief ich, stockte aber, begriff  später, was er gesagt hatte. ''bei meiner, ääh, unserer mutter?'', fragte ich. ''hochzeit. sie heiratet. im september. wir können kommen. hat sie mir eben am telefon gesagt. super oder? und jetzt gib den lappen her, ich mach meinen dreck ja schon weg.'', die worte platzten aufeinmal so aus ihm heraus. ich blieb in ihrem zimmer stehen, ließ mich auf sein bett fallen und starrte die wand gegenüber an. oh, bitte, nicht schon wieder, dachte ich. erst verlobung, jetzt hochzeit. in letzter zeit passiert der mist nach dem anderen.